DAS AKTUELLE THEMA DES MONATS

Wespen
... sie sind nicht gern gesehen ...
denn viele Menschen haben vor ihnen Angst – ob begründet oder nicht –
darüber lässt es sich streiten!
Daß es verschiedene Wespen gibt, hat man vielleicht schon mal gehört und auch, dass außer zwei Arten die Anderen harmlos sein sollen, hat man vielleicht auch schon mal gehört oder gelesen. Lediglich die Deutsche Wespe und die sogenannte Gemeine Wespe könnten dem Menschen lästig werden – das ist zumindest die Ansicht von Experten. Aber einen solchen Experten hat man vermutlich nicht gerade parat, wenn einem die Wespen umschwärmen.
Nicht schlagen! Auch das ist – wenn auch ein richtiges Argument, denn auch die beiden o.a. genannten Wespenarten stechen nur dann, wenn sie sich bedroht fühlen, leicht gesagt!
Das stimmt zwar, aber erstens fällt es den allermeisten Menschen sehr schwer, ruhig zu bleiben, wenn sie von Wespen umschwärmt werden – und dann, wie soll man die ‚Biester’ denn überhaupt unterscheiden können, um festzustellen, ob harmlos oder etwa doch nicht? Auf einem Foto oder einer Zeichnung, da würde man sie vielleicht auch – bei genauem hinsehen – unterscheiden können, aber doch nicht, wenn die um einen herum schwirren!
Auch der Hinweis, dass ein Wespenstich – oder sogar mehrere – von Ausnahmen abgesehen, nicht lebensbedrohlich sind (genauso wenig, wie auch Hornissenstiche) trägt wenig dazu bei, die Angst abzubauen. Zwar stimmen die Angaben aus alter Zeit, in denen es heißt: soundsoviel Wespenstiche oder Hornissenstiche würden zum Tode führen. In den allermeisten Fällen nicht! Aber es gibt natürlich Ausnahmen! Gefährlich kann auch nur ein einziger Stich sein, entweder dann, wenn man eine Allergie hat (was man aber in den meisten Fällen erst dann weiß, wenn man bereits einmal gestochen wurde) oder aber, wenn der Stich im Mund oder Rachenraum erfolgt! Und das passiert leider doch häufiger – gerade bei Kindern, die nicht so auf die Umwelt Acht geben – eine Wespe, die in das Limonadenglas gefallen ist, oder aber eine, die auf einem Stück Kuchen sitzt oder auf der Eiskugel, die man gerade gekauft hat – hier ist, wenn im Mund oder Rachenraum gestochen wird, sofort ein Arzt oder Krankenhaus aufzusuchen – genauso wie beim Allergiker!
Es muß aber nicht immer ein Stück Kuchen oder Obst sein – Wespen können genauso auf einem Stück Fleisch sitzen, also auch beim Grillabend Vorsicht walten lassen!
Während die Wespen aus der süßen Nahrung (Obst, Kuchen, Limonaden) die Kohlenhydrate für den eigenen Bedarf entnehmen, füttern sie ihre Jungen mit dem Eiweiß aus Fleischprodukten! Das braucht nicht einmal ein Grillsteak sein, das kann u.U. auch eine Wurstsemmel sein, auf der sich eine Wespe niederlässt!
Zwar gibt es Wespen eigentlich den ganzen Sommer über, evtl. schon an warmen Tagen im Mai – aber die Hauptzeit liegt in den Monaten August und September, wobei es hier auf die Temperaturen ankommt. Sobald es herbstlich wird, beginnen diese Insekten abzusterben, wobei aber nicht ausgeschlossen werden kann, dass es auch im Spätherbst noch vereinzelte Exemplare gibt.
Ganz abgesehen davon, dass einige Wespenarten sogar unter Naturschutz stehen, auch die ’normalen Wespen’ sind in der Natur nicht unnütz! Vielen Landwirten und Kleingärtnern kommen sie sehr gelegen, weil sie auch Raupen vertilgen und auch Fliegen fangen (Eiweißnahrung für die Jungtiere).
Was man auf gar keinen Fall machen sollte, ist um sich schlagen!
Das ist nämlich für die Wespe das Signal zum Angriff!
Sich möglichst ruhig verhalten, Wespen vom Kuchen oder Obst mit einer Kuchengabel oder Ähnlichem sanft wegschieben. Am besten wäre es natürlich – vor Allem süße Speisen im Freien abzudecken – da gibt es heutzutage schon Siebartige Hauben im Handel, die teilweise sogar (wie ein Schirm) aufklappbar sind (und sich so leichter verstauen lassen, wenn man sie nicht braucht.
Die gleichen Hinweise gelten auch für Hornissen, die ja zum Glück seltener sind – aber auch für Bienen. Zwar sind Bienen längst nicht so angriffslustig wie Wespen – Bienen verlieren beim Stechen ihren Stachel und sterben anschließend. Wespen ziehen den Stachel wieder heraus und leben weiter.
Die meisten Wespen bauen ihre Nester unterirdisch, aber es kommt auch immer wieder vor, dass Wespen ein Nest auf dem Dachboden eines Hauses bauen. Sollte das zu einer Gefahr werden (Allergiker, evtl. Säuglinge oder Kleinkinder usw.) so sollten Sie ihre Feuerwehr informieren und um Hilfe bitten. Wenn möglich wird das Nest dann umgesiedelt – eine Zerstörung des Nestes oder ein Gifteinsatz gegen die Wespen ist nur in alleräußersten Fällen angebracht.
Insgesamt gibt es hier bei uns in Deutschland zwölf verschiedene Wespenarten. Wer darüber Genaueres wissen möchte, sollte einmal die folgende website besuchen:
http://www.aktion-wespenschutz.de/Wespenarten/Wespenarten.HTM

Dieter Mühlena