Lebenshilfe für den kleinen Mops:
Behinderte Menschen helfen Fledermäusen
Bamberg. Flink und sanft fliegt etwas kaum spürbar über die Köpfe der abendlichen Spaziergänger hinweg - zu groß für ein Insekt, eindeutig auch kein Vogel. Fledermäuse, verschrien als blutrünstige Vampire, doch hierzulande vollkommen ungefährlich, huschen durch die Dämmerung. Gehörten die einheimischen Mopsfledermäuse, von Schützern liebevoll „kleine Möpse“ genannt, in den 60er Jahren noch zum heimatlichen Inventar, sind sie heute kaum noch zu finden. Aus diesem Grund hat es sich die Lebenshilfe Bamberg zur Aufgabe gemacht, passende „Mopsnistkästen“ zu entwerfen. Mit Bitumenbahnen der heimischen Vedag GmbH werden jetzt in der „Werkstatt für Behinderte Menschen“ in Bamberg kleine Niststätten gebaut.
„Bisher wurden die Möpse aufgrund ihrer Flinkheit und des hauptsächlichen Aufenthalts im Wald kaum erforscht, doch man weiß, dass sie aufgrund der Quartierverluste vom Aussterben bedroht sind“, sagt Eduard Zöbelein, der Mitarbeiter der Lebenshilfe Bamberg, gleichzeitig Fledermausexperte. Um dies zu verhindern, schrieb die Arbeitsgruppe der Bayerischen Staatsforsten „Natura 2000“ Anfang des Jahres einen Wettbewerb aus, bei dem genau auf die Mopsfledermaus zugeschnittene Nistkästen gebaut werden sollten. „Die Möpse sind sehr wählerisch was ihr Heim angeht, sie wollen keine zugige Wohnung“, so Zöbelein weiter „Dank der guten Beratung durch unsere Nachbarn, den Flachdachexperten der Vedag GmbH, konnten wir die Kästen artgerecht auf den Mops zuschneiden und die Kosten so günstig halten, dass auch die Staatsforsten einverstanden waren. Die normalen Fledermauskästen sind zu breit, denn die Möpse brauchen in ihrem Quartier Rücken- und Bauchkontakt“, so Zöbelein. „Außerdem hielten die Kästen bisher witterungsbedingt nie lange oder wurden vom Liebesklopfen des Spechtes zerstört.“
Schweißbahnen als Schutz für die fliegenden Säuger
Die von Zöbelein und seinen Fledermausfreunden entworfenen neuen Kästen bestehen deshalb aus langlebigem Lärchenholz und werden mit Bitumenschweißbahnen, dem technisch korrekten Begriff für Dachpappe, umwickelt, was dazu führt, dass es nicht zieht und die Kästen bis zu dreißig Jahre lang halten. Dafür gab es von den Staatsforsten den Zuschlag für den Bau von 510 Fledermauskästen. „Überzeugt hat vor allem aber die tolle Schweißbahn“, so Zöbelein.
„Mittlerweile gibt es sogar schon von anderen Schützern Anfragen“, freut er sich weiter. Dazu gehört etwa der Vogelschutzverband Bayern, der für den Naturpark Bayerischer Wald 250 der Mopsniststätten angefordert hat. Seit Anfang April werden die Nistkästen nun in den Bamberger Werkstätten für Behinderte gefertigt.
Hintergrundinformationen zur Vedag GmbH
Die Vedag GmbH ist aus der 1846 in der Nonnenmühle in Leipzig gegründeten Buchimprägnierung der Familie C.F. Weber hervorgegangen. Kernkompetenzen der Vedag GmbH sind die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Abdichtungsprodukten im Hoch- und Tiefbau. Sie bietet ein breites Produktsortiment von Polymerbitumen- und Bitumenabdichtungsbahnen, Kunststoffdachbahnen, Dachschindeln, Bautenschutzprodukten und Spezialbitumina. Die Vedag GmbH beschäftigt rund 260 Mitarbeiter an ihren Standorten in Deutschland, davon rund 120 in Bamberg.
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