Jedes Jahr erreichen uns unzählige Anrufe von besorgten Menschen, deren Katzen plötzlich verschwunden sind. Was passiert mit diesen Tieren? Es ist gerade diese Ungewissheit, die die Frauchen und Herrchen fast zur Verzweiflung treibt. Ist sie von einem Auto überfahren worden? Landet sie im Labor und wird für Tierversuche benutzt? Wird sie zur Rheumadecke oder anderem Pelzutensil verarbeitet? Hat der Fuchs sie geholt oder der Jäger abgeschossen?
-Dateien/image002.jpg)
Da es keine genauen bundesweiten Erhebungen gibt, wie viele Katzen von Jägern erschossen werden, gibt es keine offiziellen Zahlen darüber.
Es
gibt keine bundesweite Meldepflicht über abgeschossene Katzen. Dort wo es sie
gibt wird nicht kontrolliert, ob die Jäger auch alle Abschüsse melden.
Schätzungsweise werden jährlich etwa 400.000 Katzen von Jägern erschossen. Das
Bundesland Nordrhein Westfalen meldete in einem Jagdjahr 17.895 getötete
Katzen, allerdings ist davon auszugehen, dass nicht alle Jäger ihre
Abschüsse melden.
Warum schießen Jäger auf Katzen? Anscheinend haben Jäger Angst, Katzen könnten
jagdbares Wild reißen und dadurch könnte die Strecke der Jäger um einige
Wildtiere geschmälert werden. Es scheint hier der Beuteneid vorzuherrschen,
denn was die Katze tötet kann der Jäger nicht mehr abschießen. Auch wird immer
wieder behauptet, man müsse wildernde Katzen töten um den Bestand der Singvögel
zu retten. Seltene Singvögel leben hauptsächlich in Gärten und Parks. In Berlin
leben z.B. 2/3 aller Vogelarten die es in Deutschland gibt. Gleichzeitig gibt
es nach Angaben des dortigen Tierschutzvereins zwischen 40.000 und 100.000
streunende Katzen. Bisher belegt keine wissenschaftliche Untersuchung, den
negativen Einfluss von streunenden Katzen auf Singvögel.
Eine
Katze gilt bereits dann als wildernd, wenn sie je nach Bundesland 200 oder 300
Meter vom nächsten Haus entfernt ist. Ob sie tatsächlich einem Wild nachjagt
ist dabei völlig egal.
Da das Töten von
Katzen durch Jäger in der breiten Bevölkerung auf Ablehnung stößt, teilen die
Jäger in der Regel auch nicht mit, ob, wann und wo sie eine Katze erschossen
haben. Stattdessen lassen sie die toten Tiere verschwinden. Ein legales
Verschwinden lassen wäre z.B. das Tier 50 cm tief zu vergraben oder in der
Tierkörperbeseitigungsanstalt abzugeben. Stattdessen wird das Tier am
Straßenrand „entsorgt“ oder vielleicht wird auch nochmals mit dem Auto darüber
gefahren um so einen Tod durch Überfahren vorzutäuschen. Manche Jäger geben die
Katze einem Falkner, der das Tier spurlos verschwinden lässt.
Andere wiederum benutzen die Felle zum Eigenbedarf um sich z.B. eine
Katzenfellhose daraus zu fertigen.
Beim Jagen von Katzen und Hunden geht es den Jägern nicht um Wild-, Arten-,
Umwelt- oder Tierschutz sondern rein um den Schutz der Jagd. Dies zeigt schon
die Tatsache, dass das Töten von Haustieren im Bundesjagdgesetz unter „Jagdschutz“
aufgeführt ist.
Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und
Landwirtschaft
Wilhelmstrasse 54
10117 Berlin
E-mail: poststelle@bmvel.bund.de
Informieren Sie Freunde, Verwandte und andere Haustierbesitzer über die Gefahren in Feld, Wald und Flur.